Karl Hugo Schmölz (1917–1986) ist wohl einer der bedeutendsten deutschen Architekturfotografen der Nachkriegszeit.

Sein Handwerk erlernte er bei seinem Vater Hugo Schmölz, dem erfolgreichsten Architekturfotografen der zwanziger und dreißiger Jahre. Als Hugo 1938 starb, setzte Karl Hugo dessen Arbeit fort und fotografierte als eines seiner ersten eigenen Projekte 1939 die Weltausstellung in Paris. Im Krieg wurde er zur Luftwaffe eingezogen, stand aber 1947 wieder mit der hölzernen Plattenkamera auf den Trümmern, um das zerstörte Köln zu fotografieren.

In den folgenden Jahren begann sich Deutschland – auch architektonisch – eine neue Identität zuzulegen und Schmölz lieferte dazu die passende Bildästhetik: mit Treppenhäusern, die sich in Lichtsäulen verwandeln, mit dem Blick durch die Glasfassaden der neuen Geschäftshäuser und Schaufenster, mit Schlichtheit, Klarheit und formschönem Detail. Zu seinem festen Kundenstamm gehörten mit Gottfried Böhm, Rudolf Schwarz und Wilhelm Riphahn die stilbildenden Architekten der Epoche. Die „Fotowerkstätte Hugo Schmölz“ begann zu expandieren. Schmölz verwandelte die Welt hinter den verführerischen Schaufenstern in eine Bühne und widmete sich ab 1958 gänzlich der Werbefotografie und den Wohnwelten.

Heute eröffnet uns die Betrachtung dieser Bilder – die sich von den Ruinenlandschaften Kölns bis in die Wirtschaftswunderjahre des Rheinlands erstrecken – die Chance noch einmal tief in die Alltagswelt einer vergangenen Epoche einzutauchen.